Seit über 1.000 Jahren gibt es die Finnische Sauna, die den Urtyp des Schwitzbads darstellt. Sie galt in Finnland ursprünglich als der hygienischste Platz des Hauses, eine Art Räucherofen, in dem auch Lachs oder feines Fleisch aromatisiert wurde. Dann entdeckte man die gesundheitsfördernde Wirkung der heißen Luft, die ursprünglich ohne Aufguss genossen wurde.
Finnische Sauna
Dieser Saunatyp ist in Deutschland am verbreitetsten. Die heiße Luft zirkuliert in der Kabine, die normalerweise mit drei Bänken ausgestattet ist, vom Ofen aufsteigend in Richtung Decke. Man kann zwischen drei Temperaturzonen wählen: · Oberhalb der dritten und damit höchst gelegenen Bank beträgt die Lufttemperatur 85 bis 90 Grad. · Über der zweiten Bank ist es 70 bis 80 Grad heiß. · Oberhalb der ersten Bank zwischen 60 und 70 Grad. Die Finnische Sauna - typischerweise aus Holz gebaut - heißt auch "Heißluftbad". Die Hitze geht von einem Steinofen aus, aber auch von Wärmeleitungen und der Wärmestrahlung der Decke, der Wand und der Sitzbänke. Die Luftfeuchtigkeit kann durch einen Sauna-Aufguss mit purem Wasser oder ätherischen Ölen gesteigert werden.
Russische Sauna
Das Russische Bad ist wie die Finnische Sauna aus Holz gefertigt. Die Ofensteine werden aber nur auf maximal 50 Grad geheizt. Durch eine Reihe von Wasseraufgüssen wird die Luft jedoch erheblich feuchter als in der Finnischen Sauna. Auch der Besucher der Russischen Sauna kühlt sich nach einem Gang in der kalten Außenluft, im Wasser oder Schnee ab.
Römische Sauna
Hier erwärmen Fußboden- und Hohlwandheizungen die Luft. Die Saunen sind mit Stufenbänken ausgestattet, die ein Entspannen in verschiedenen Temperaturzonen ermöglichen. Auf den Schwitzgang folgen Wechselanwendungen im Warm- und Kaltwasserbecken.
Dampfbäder
Das Dampfbad war schon im antiken Griechenland bekannt. Es ist ein angenehmes Schwitzbad mit saunaähnlicher Wirkung - nicht so heiß wie die normale Sauna, dafür aber viel feuchter.
Modernes Dampfbad
Das moderne Dampfbad ist der Russischen Sauna sehr ähnlich. Auch hier wird die Temperatur auf maximal 40 bis 45 Grad geheizt. Die Hitze geht von einem Dampfkessel aus. Er erzeugt Wasserdampf, der durch Röhren in den Saunaraum gelangt. Es bilden sich Nebelschwaden in der Luft. Die ideale Kombination von Wärme (45 Grad) und Feuchtigkeit (100 Prozent relative Luftfeuchtigkeit) entkrampft, reinigt, pflegt und entspannt. Insbesondere gegen Atemwegserkrankungen hilft das Dampfbad, denn die Befeuchtung der Bronchien lindert die Erkältungssymptome.
Hamam
Die angenehme feuchte Wärme des Hamam ist für Personen mit Kreislaufproblemen und erweiterten Äderchen, die die "heiße Sauna" schlecht vertragen, ideal, da der Körper sich hier nur langsam erwärmt. Trotzdem aktiviert der Hamam das Immunsystem und setzt Viren außer Gefecht. Die Haut wird zudem glatt und zart. Dieses großräumige, feuchtwarme orientalische Dampfbad erwärmt sich bis auf 45 Grad und duftet angenehm nach Kräutern. Der Gast verweilt 20 bis 30 Minuten, um sich dann im Ruheraum auf einem vorgewärmten Marmorstein auszuruhen. Beendet wird ein Hamam-Besuch vom Tellack-Bademeister, der den Gast einseift, knetet und mit dem Massagehandschuh abrubbelt und abwäscht. Danach trägt er eine orientalische Heilerdepackung - Rasul genannt - auf Körper und Gesicht auf. Nach 20 Minuten wäscht der Tellack dieses wundervolle Ganzkörper-Peeling mit viel Wasser und kreisenden Bewegungen wieder ab. Nach der anschließenden Ölmassage entspannt sich der Besucher im Teeraum bei Säften, süßen getrockneten Früchten und verschiedenen Tees. Der Körper profitiert von einem Hamam-Besuch etwa sechs Wochen.