Was passiert in der Sauna?
Die Temperatur in der Heißluftkammer soll zwischen 80 und 100 Grad Celsius liegen. Bei Werten darunter, aber auch darüber, tritt kein optimaler Schwitzeffekt auf. Wer glaubt seinen Körper mit 120 Grad und mehr belasten zu müssen, hat außer einem gesundheitlichen Risiko keinen Nutzen. Tiefere wie höhere Temperaturen verzögern die Schweißproduktion. Das Äußere des Körpers, sozusagen die Schale (Haut, Unterhautgewebe und oberflächliche Muskeln) wird etwa um 10 Grad Celsius erwärmt, das Körperinnere - der Kern - um ca. einen Grad.

Durch Erhöhung der Körpertemperatur werden Atmung, Kreislauf, Heilvorgänge und Abwehrmaßnahmen des Körpers angekurbelt. Auch hormonelle Veränderungen treten ein. Durch regelmäßigen Saunabesuch kann eine allmähliche Harmonisierung des Vegetativums eintreten. Der Wechsel von Überhitzung und Abkühlung fordert systematisch die Regulationsmechanismen des vegetativen Nervensystems.

Sauna und Blutdruck
Personen mit Blutdruckproblemen sollten vor einem Saunabesuch mit ihrem Arzt sprechen.
Der leicht erhöhte Blutdruck wird allmählich etwas gesenkt, weil die Blutgefäße erweitert werden und das Herz sich nicht mehr so anstrengen muss, um das Blut durch enge Röhren zu pumpen. Der schwankende Niederdruck mit morgendlichem Schwindelgefühl wird angehoben und stabilisiert. Für Hochdruckpatienten mit Werten von über 180 ist ein Saunabesuch allerdings streng verboten. Auch bei leichter Hypertonie sollte eiskaltes Abduschen vermieden werden. Messungen haben ergeben, dass bei jäher Abkühlung der Blutdruck auf Extremwerte hinaufschnellen kann! Das wäre für Hochdruckkranke lebensgefährlich! Eine laue Dusche ist nach dem Saunagang vollkommen ausreichend. Sauna und Krankheit Akut erkrankte Menschen müssen ein Abklingen des Leidens abwarten. Patienten mit chronischen Infektionskrankheiten, wie Tuberkulose, müssen der Schwitzkammer ebenso fernbleiben wie Krebskranke und Epileptiker.
Die Sauna ist auch für Herzpatienten mit Atemnot oder Angina-Pectoris-Beschwerden in Ruhe bzw. bei Schwellungen der Beine, bei infektiösen Hautleiden und Schilddrüsenüberfunktion verboten.

Anwendungsgebiete aus medizinischer Sicht

Asthma bronchiale, Bronchitis, Erkrankungen der Muskeln und des Stützapparates, Kreislaufstörungen mit kalten Füßen oder Einschlafen der Arme und Beine, arterielle Durchblutungsstörungen, die noch nicht stärker ausgeprägt sind (das entscheidet der Arzt!). Sauna und Kinder. Darüber hinaus ist jedem gesundheits bewussten Menschen vom Kleinkind bis zu Großeltern zum gezielten Schwitzen zu raten.

Bei entsprechend vorsichtiger Einführung kann man Kleinkinder bereits an die Sauna gewöhnen. Sie schwitzen weniger als Erwachsene. Man beginnt daher mit tieferen Temperaturen.

Ältere Menschen sollten vor dem Saunabesuch einen Arzt fragen.
Saunaregeln Wichtig ist die Beachtung einiger Saunaregeln, durch die das gezielte Schwitzen erst sinnvoll wird:

Vor dem Saunagang nicht viel essen! Ein voller Magen kann die Saunawirkung zunichte machen!
Lauwarm abduschen! Dadurch wird das Organ Haut auf das Schwitzen vorbereitet.
Dabei gut reinigen und dann abtrocknen.
Wer unter kalten Füßen leidet, soll vorher ein warmes Fußbad nehmen.
Eine Vorschwitzkammer mit etwa 70 Grad Celsius kann für einige Minuten zur Einleitung aufgesucht werden, ist aber nicht unbedingt erforderlich.

Wählen Sie in der Heißluftkammer die Stufenhöhe nach Training und Verträglichkeit.
Die Temperatur sinkt von oben nach unten pro Stufe um etwa 10 bis 15 Grad Celsius.
Am besten beginnt man auf niederer Stufe und legt sich flach hin.
So liegt jeder Körperteil auf gleicher Temperaturebene.
Nun sieben Minuten warten.
Dann erfolgt der Aufguss (Anfänger sollten darauf verzichten).
Schließlich sollte noch drei Minuten nachgeschwitzt werden.

Niederdruckpatienten sollen grundsätzlich liegen oder zumindest mit angezogenen Beinen sitzen. Vor dem Verlassen der Sauna langsam aufrichten. Fußkeile dienen der Beinhochlagerung bei Niederdruck oder Krampfadern.

Der Aufguss muss nicht immer einseitig mit reinem Wasser erfolgen.
Lediglich Alkoholzusätze sind nicht nur unerwünscht, sondern vom gesundheitlichen Standpunkt her sogar verboten!

Mit Tees hingegen lässt sich manch hervorragender Aufguss bereiten.
Am einfachsten ist die Beigabe von Kamillen- oder Pfefferminztee.
Vor allem Hustenleidende oder schleimhautempfindliche Menschen werden mit Kamille gute Erfahrungen machen.
Bei Verkühlung ist Salbeitee ratsam.

Wer ätherisches Öl verwenden möchte, aber leicht zu Reizungen neigt, sollte diese nicht direkt ins Aufgusswasser zu geben.
Man kann auch zehn Minuten vor Saunabeginn in eine Wasserschale ätherisches Öl füllen und diese aufstellen.
Das ätherische Öl verflüchtigt sich mit dem verdunstenden Wasser im Raum, verteilt sich gleichmäßig, und kommt nicht als geballte Ladung auf Haut und Schleimhäute.

Schwenken mit Handtüchern zur Vermischung der verschieden temperierten Luftschichten (nur bei nicht gut konstruierten Saunen der Fall) verstärkt zwar den Aufgusseffekt, ist aber gesundheitlich vor allem für ältere und kranke Menschen nicht unbedenklich.

Gesunde Menschen können nach dem Schwitzen Abkühlung in einem Tauchbecken suchen.
Der Schock für die Gefäße sollte aber höchstens 15 Sekunden dauern.
Möglichst den ganzen Körper gleichmäßig abkühlen, da sonst Kollapszustände entstehen können.
Hochdruckpatienten und andere Schonbedürftige (Hypertoniker müssen allerdings vor dem Saunabesuch vom Arzt eingestellt werden!) gehen nach der Heißluftkammer zuerst an die frische Luft und machen dort zehn tiefe Atemzüge.
Schließlich duschen Sie nicht zu kalt.

Für Leute mit zu niedrigem Blutdruck und Personen mit Krampfadern ist ein kalter Guss (oder Schwallbrause) empfehlenswert.

Sehr wichtig ist das Nachwärmen im Ruheraum.
Man sollte sich dort so lange aufhalten, bis der Puls wieder einen Normalwert erreicht hat.
Die Ruhepause vor dem nächsten Saunagang muss aber mindestens 15 Minuten betragen, um einen Wärmeaustausch zwischen Körperkern und Körperschale zu ermöglichen.

Eine Todsünde im wahrsten Sinne des Wortes wäre es, nach der Saunakammer sofort intensives Schwimmtraining aufzunehmen: Die Belastung ist für das Herz einfach zu groß.
Auch Gesunde schweben in akuter Gefahr!

-Mehr als zwei Aufgüsse sind -wie bereits erwähnt- nicht notwendig.
Vermeiden Sie so genannten Aufgussstress.
Nach dem Aufguss tut übrigens eine sachgemäß durchgeführte Massage dem Körper gut.

Als Trainingsprinzip ist ein Saunabesuch einmal pro Woche ausreichend.
Ein Intervall von fünf Tagen wirkt noch intensiver.
Kürzere Abstände werden nur aus bestimmten therapeutischen Gründen und unter Anleitung eines Arztes durchgeführt.
Hilfe beim leichter Schwitzen
Viele Menschen behaupten, selbst in der Sauna nicht schwitzen zu können.
Hier kann man einfach einen Kaffeelöffel Holunderblüten mit einem Teelöffel Lindenblüten und mit ¼ l kochendem Wasser übergießen.
Diesen Tee (ev. mit Honig süßen) 20 Minuten vor dem Gang in die Schwitzkammer trinken.
Sauna und Trinken
Da der Körper viel Flüssigkeit verliert, muss diese sofort nach dem Saunagang ergänzt werden.

Am einfachsten ist der Griff zur Mineralwasserflasche.
Allerdings nicht direkt aus dem Eiskasten!
Den Genuss eisgekühlter Getränke gleich nach dem Besuch in der Schwitzkammer bezahlt man meist mit Gastritis (Entzündung der Magenschleimhaut) oder Halsweh.
Schuld daran trägt nicht die Sauna, sondern die unvorteilhafte Art, den Durst zu löschen.

Versuchen Sie auch kühlen Hibiskusblütentee:
Er wird gekocht und solange stehen lassen, bis er Zimmertemperatur erreicht hat.
Hibiskusblütentee ist ein gleichermaßen köstliches wie gesundes Getränk.


Der Verlust an Mineralstoffen durch die Sauna wird allgemein ein wenig überschätzt.
Erst nach dem dritten Aufguss, der eigentlich nicht mehr notwendig wäre, beginnen die Zellen unter Mineralmangel zu leiden.

Wer aber eine ausgiebige Schwitzkur macht, der kann zu einem Trick greifen.
Bereiten Sie Tee mit Mineralwasser zu: So gleichen Sie das Mineralstoffdefizit auf ideale Weise aus.
Zweckmäßig ist auch der Genuss frischer Fruchtsäfte.
Klimakammer
Bei beginnender Verkühlung und bei Rachenkatarrh ist für all jene, die keine Dampfkammer oder Dampfdusche zur Verfügung haben, eine etwas abgewandelte Form des Saunierens empfehlenswert.
Heizen Sie die Saunakammer nur bis zu einer Temperatur von 60 bis 70 Grad Celsius an.
Erhöhen Sie die Luftfeuchtigkeit durch mehrmalige Aufgüsse.
Schließlich begeben Sie sich mit einem feuchten Tuch, das vorher in Pfefferminztee getränkt wurde, in die Kammer.
Halten Sie nun das Tuch wie einen Schirm vor das Gesicht und atmen Sie die Dämpfe des Pfefferminztees ein.
Bei diesen niedrigen Temperaturen kann man schon 15 bis 20 Minuten in der Sauna bleiben.
Achten Sie bitte darauf durch den Mund ein- und durch die Nase auszuatmen.
Anschließend folgt ein warmes Duschbad.
Nun sollten Sie mindestens eine halbe Stunde ausruhen!